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Soweit der Germaican Observer richtig
informiert ist, war Far East die erste deutsche Band in der
Reggaegeschichte die jamaicanische Top Reggae- und Dancehallacts
gebackt hat (Dean Fraser auf dem Summer Jam 1998 und Degree
und Chico auf dem Splash! 2000). Ursprünglich als Backing
Band für die Reggae/Dancehall Veteranen Messer Banzani gegründet,
haben sie seit 1996 schon das Who Is Who der hiesigen Szene
(Gentleman, D-Flame, Dr. Ring-Ding, Backyard Crew und Tolga)
begleitet. Dieses Jahr ging die Far East Story in eine neue
Runde: die Band wurde für die Europa Tour von drei der hier
bekanntesten Dancehall Acts, Red Rat, Buccaneer und Sean Paul
gebucht.
Lest das exclusive Tourtagebuch, checkt die Audios und die
Live Pics...
| Far East ist: |
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| Marco (drums) |
André (bass) |
Matthias (keys) |
Andreas (guitar) |
Far East kommen bis auf den Berliner
Marco aus Leipzig. Sie freuen sich auch noch, wenn
man ihnen sagt, dass sie gut gespielt haben. Wer weiss wie
sie in drei Jahren drauf sind....
Beginnen wir mit den Vorbereitungen zur Tour und den Proben
vom:
12. - 17.8. in LEIPZIG (D)
Da sind wir, die vier FAR EASTler. Eigentlich sind
wir fünf, aber Johanna, unsere Saxophonistin, unser
kleines Schwedisches Goldmundchen, wurde diesmal leider vom
Trainer nicht berücksichtigt, weil er auf die sogenannte Dancehall-Taktik
setzte: weniger ist mehr...
So, zum Thema. Vierzehn Tage Vorbereitung, Matthias
hatte richtig viel zu tun, aber:
We've got a sampler and we're gonna use it! Ohne MPC
wollte Marco dann natürlich auch nicht losfahren. Schon
wegen der Optik. Drei Tage allein geprobt, zum Einspielen
und so, aber wir hatten ja schon Vorlauf vom Summer Jam
und vom Splash!. Waren aber trotzdem ungefähr 40 neue
Riddims dabei, so dass doch schon mal der eine oder andere
Kopf rauchte.

Sean Paul in Leibzsch...
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Mittwoch kam Sean mit seinem I&I-Manager
Scott, beide super Typen und wir freundeten uns schnell
an. Donnerstag früh um 11.00 Uhr Probe. Hat richtig Laune
gemacht, und wir hatten auch viel Zeit, weil die anderen Jungs
natürlich mit Verspätung eintrudelten.
Abends dann drei Stunden mit Red Rat. Er gleich unsere
Sounds probiert, wir nur kurz alles angespielt, fühlte sich
gut an und Feierabend...
Mit Buccaneer dann Freitag morgen, um 10.00 Uhr, erst
mal Klassikplatten gehört, Mondscheinsonate gespielt, kaum
geprobt, aber Matthias musste seine Presets wieder
neu ordnen.
Dann gings auch schon nach Berlin mit dem Nightliner, und
zwar mit Andreas S., Mr. Driver (ooch aus Berlin),
Markus, unserem Sound Engineer und Scoffrey,
dem I&I Man von Rat und Buc. Tourmanager ist
olle Rodney von Kingstone. Er hatte noch drei
nice Mädels dabei, die sich die Show in Berlin ansehen wollten.
Da war der Bus auch schon knackevoll...
In Berlin, Maria am Ostbahnhof, ging die Show mit dem
Kingstone Sound und Gentleman über die Bühne,
die Berlin Massive ging mit, wie man sich das vorstellt und
man bekam bald kaum noch Luft.
Zum Schluss gabs leider noch ein bisschen Stress. Irgendein
Typ musste unbedingt freidrehen und haute Gentleman
und einem Securitymann eine Flasche ueber den Kopf. Konnte
aber schnell behandelt werden. Nachts gings mit dem Bus dann
weiter nach Köln.
19.08. KÖLN (D), Essigfabrik
Als wir dort ankamen, spielte gerade
Dr. Ring Ding, der alte Haudegen, mit den Senior
Allstars. Was fuer ein Performer! Wir fingen sofort an
zu tanzen. Er ist ein wirklicher Reggaemaniac. Danach rootste
Prezident Brown ordentlich los. Respekt, aber nicht
so unser Ding. Aber die Backgroundsängerinnen um so mehr...
Danach mussten wir ran. Alle ordentlich mit Zetteln ausgestattet,
tonnenweise Melodien und Beats notiert und ab ging die Post.
Pionear hostete das Showcase in gewohnter Michael
Buffer-Manier. Eingeleitet wurde unser Set von den Germaicanern
Natty Flo, Nosliw und den Backyards (Seid
gegrüsst, Freunde!)
Jetzt war Sean Paul an der Reihe. Wir hatten übrigens
erst drei Tage vorher erfahren, dass wir auch mit ihm spielen.
Er legte sich mächtig ins Zeug mit dem Playground und
wir konnten ganz gut mithalten. Die Leute gingen tierisch
ab und er war wohl selbst ein wenig überrascht davon. Das
Set ging schneller vorüber als wir spielen konnten. Er hat
wirklich klasse Songs...
Jetzt musste Matthias ein ganzes Orchester imitieren.
Mit einem Finger. Und das klappte! Mozarts g-moll Sinfonie,
die vorher noch schnell von seiner ETERNA-Ausgabe gesamplet
und dancehallgerecht timegestretcht wurde. Dann kam Buccaneer
auf die Bühne geschlichen, ging mit der Bad Man Sonata
rein, die Leute schrien und den Rest kann man sich denken...
Bei Red Rat ging gar nichts mehr. Das Intro war schon
hart, mit Eye Of The Tiger und der 5. von Beethoven.
Aber dann kam Put Yuh Hands Up und der Höhepunkt der
Show war eigentlich schon erreicht.
Für erste Mal wars ganz in Ordnung.....nice, nice!
Unser Bus war danach voller Ladys. So muss et sein, wa Leute?
Später hat uns Ring-Ding wie gewohnt Basslinien vorgesungen
und Gentleman spielte um 3.30 Uhr noch ein Hammerset.
War irgendwie familymässig der Abend und wir froh, dass wir
durch waren...
P.S.: Eins noch, für Reggae-Deutschland war das natürlich
auch in anderer Hinsicht ein besonderer Tag. Da lag nämlich
die erste Ausgabe von RIDDIM herum, dem neuen Dancehall-Magazin...
20.08., OFFDAY
Heute haben wir uns noch ein bisschen
in Köln rumgetrieben. Nach dem Frühstueck sind die DeeJays
zum Dubplates Aufnehmen ins Studio. Die Leipziger hingen
auf dem Ringfest ab und waren von Art Of Mouth heftig
mitgenommen. Marco war seine Kumpels von Ralley
besuchen. Abends sollte noch Manu Chao in der Station
Bar auflegen, aber bis ein Uhr war er leider noch nicht da
und wir mussten dann los...
20.8. OFF DAY
Mittags, gegen 12.00 Uhr in Holland,
Scheveningen angekommen. Erstmal Weed besorgen, frühstücken
und an den Strand. Rodney, unser Tourmanager, dachte
sich, wir könnten den Tag vor der nächsten Show in Amsterdam
schön am Strand abhängen, aber das war eher nur was für uns
Deutsche, anyway. Abends war ein Teil der Band noch in Den
Haag, sehen, was so geht, Coffeeshop, essen...
21.8. AMSTERDAM (NL), Melkweg
Angekommen im Melkweg, sehr nette,
professionelle Crew und wir hatten alle Zeit der Welt zum
Checken. Die Jamaicaner waren währenddessen in Sachen Interviews
und Autogramme unterwegs.
Nach Einlassbeginn ahnten wir schon, was auf uns zukommen
wird: 99,5 % Leute aus der Karibik. Die Feuertaufe vor solchem
Publikum. Ausverkauft! Da stehen wir schön auf der Bühne,
vier Jungs aus´m Osten, und sollen den Leuten zeigen, dass
wir was auf der Pfanne haben. Aber sie kamen unheimlich gut
drauf, kannten natürlich alle Hits und die Mädels, die kriegten
sich gar nicht mehr ein. Dementsprechend voll war danach auch
der Backstage und Scotty musste Einlass machen. Schneise
freihalten, um zum Bus zu gelangen, war auch noch angesagt.
Das ganze Programm also. Gesehen?
22.8. ROTTERDAM (NL), Nighttown
Wir hatten den Vormittag über Zeit,
um in Amsterdam noch ein bisschen zu shoppen und so. Nachmittags
hat´s dann nur eine Stunde nach Rotterdam gedauert. Der Laden
befindet sich gleich bei der Central Station und direkt
im Einwandererviertel. Da konnte man verschiedene, leckerste
Sachen probieren und sich die Zeit bis zum Soundcheck vernünftig
und gesund vertreiben. Sean, Rat und Buc
waren in der Zwischenzeit wieder im Plattenladen um die Ecke,
Interviews geben.
Heute war unser letztes Konzert mit Sean Paul. Er hat
nochmal richtig die Ladys zum kreischen gebracht, die Show
flutschte noch besser als in Amsterdam, und diesmal war ordentlich
plaudern mit den Leuten angesagt. In Holland gibt´s ja viele
Einwanderer aus Trinidad & Tobago, Curacao, Surinam usw. Insofern
war´s für die Jungs sehr familiär. Buccaneer steht
auf gemütliche Gigs. Selbst Red Rat, der ja eher so
den Feger spielt, hat sich ein bisschen Zeit genommen. Apropos
Zeit. Für uns wars Zeit, von Sean und Scott
Abschied zu nehmen. Sie mussten weiter zum Notting Hill
Carnival nach London. Ganz schön schade, dass sie nicht
weiter mitkommen können. Die Anderen fahren über´s Wochenende
nach Paris mit dem Sound und wir düsen rüber nach Österreich
zum Wiesen Sunsplash und dann zum Chiemsee Festival
mit dem Germaican Showcase...
23.8. DRIVE DAY
Die Backline haben wir gestern noch
in einen Neunsitzer verfrachtet. Heute stehen 900 Kilometer
bis Passau an. Dort wird übernachtet.
Weiter schaffen wir es einfach nicht. Wir werden erst einen
Tag später merken, dass die Hütte auch eine Klimaanlage hat.
Anyway.. Ein Teil der Band sitzt abends im Euro Hotel und
versucht den Laptop mit dem Internet zu verbinden. Das wird
aber erst nächste Woche klappen... Der andere Teil sitzt am
Römerplatz in Passau bei lecker Weinchen. Später treffen noch
Natty Flo, Nosliw und Patrick, deren
Manager, im Hotel ein.
24.8. WIESEN (A), Sunsplash
Weiter geht´s Richtung Wien. Unsere
heutige Endstation ist das Wiesen Sunsplash ca. 40
Kilometer südlich von Wien. Auch die Backyards sind
nun mit Johanna, unserer Saxophonistin, die uns die
nächsten zwei Konzerte begleitet, eingetroffen und das Germaican
Showcase eröffnet das Festival. Noch ist es ein bisschen
gemütlich vor der Bühne, aber das wird sich dann später bei
Gentleman ändern...
Unser einstündiges Set läuft wie geschmiert. Mussten wir uns
an den letzten Tagen noch ziemlich konzentrieren, so ist es
heute total relaxt. Der Backstagebereich ist zum abchillen
gut geeignet und nach dem Konzert von Gentleman und
seiner mörderischen Beatkapelle geht's in die ländliche Herberge...
25.8. OFF DAY
Heute fahren wir zum Chiemsee.
Es hat sich einiges verändert. Alle Shows in Paris von Buccaneer
und Red Rat ohne Band und mit Soundsystem sind kurzfristig
abgesagt worden. Jetzt wird versucht, einen Auftritt der Jungs
mit Band im Dancehallzelt klar zu machen. Der Nightliner kommt
inzwischen mit zweiten Fahrer nonstop von Paris zum Chiemsee
gedüst. Die Manager telefonieren viel. Die Veranstalter vom
Festival am Chiemsee sind von der ganzen Idee nicht so begeistert.
Obwohl alle technischen Voraussetzungen vorhanden sind, stimmen
sie nur einem Auftritt der Jamaikaner mit Soundsystem zu.Wir
hätten gerne gespielt und sind ein bisschen enttäuscht.
26.8. CHIEMSEE (D) - GERMAICAN SHOWCASE
Der Tag wird mit Das Department
aus Berlin eröffnet. Auch in diesem Sommer werden gerne fesche
Männeroberkörper on stage angeboten. Ladys...............
Unsere Auftrittszeit ist von 13.30 bis 15.00 Uhr auf der Hauptbühne.
Natty Flo und Nosliw eröffnen. ES IST WOCHENEND.......und
alle haben Spass. Plötzlich entert Nikitaman die Bühne
und performt seine Meinung über Ganja. Nun ist es Zeit
für die Backyard Crew. Beide gehen steil und sind heute
ein gutes Team. Die Bühne ist ziemlich gross und beide sind
ganz schön am hin- und herrennen. Als wir angefangen haben,
kam Dr.Ring-Ding gerade in München mit dem Zug an.
Nun kommt er on Stage und möchte mit uns einige Old School
Riddims zum Besten geben. Wir sind alle ordentlich in unserem
Element, aber leider kommen wir nicht bis zum letzten Tune.
Der Stagemanager ist unerbittlich und schickt uns Punkt 15.00
Uhr von der Bühne.Wir hätten noch drei Minuten gebraucht........
Nun kommt Sixt Revelation, danach unsere Freunde aus
Berlin: SEEED .
Leider können wir sie uns heute nicht anschauen, weil alle
Leipziger scharf darauf sind, eine Nacht zu Hause zu verbringen,
bevor wir uns wieder mit den Jamaikanern bei Hannover treffen,
um nun die Skandinavientour anzutreten.
27.8. DRIVE DAY
Treffpunkt in Hannover mit dem Bus, danach bis Hamburg
und Übernachtung.
28.8. KOPENHAGEN (DK), Loppen, Christiania
In der Frühe brachen wir von Hamburg Richtung
Kopenhagen auf. In Puttgarden mit der Ferry nach Dänemark
übergesetzt. Nach dem Hotel Check-In nach Christiania gefahren
und Old-School-Verhältnisse vorgefunden: Alternatives Dorf
und wir mit unserem Nacht-Bus etwas überproportioniert. War
logischerweise sehr schwierig, da durch zu kommen. Es gestaltete
sich dann aber doch alles sehr entspannt, die Bühne war kneipenmässig
klein und alles voll antibusiness. Die Backline wurde mit
dem Flaschenzug hoch in die erste Etage gehievt.
Schnell stellte sich raus, dass auch Kopenhagen eine kleine
Dancehall-Gemeinde hat, die aber für deutsche Verhältnisse
wirklich noch in den Kinderschuhen steckt. Die Leute dort
fangen erst an, solcherart Konzerte zu veranstalten.
Der Abend war wirklich grossartig, et flutschte, das Publikum
sehr nah dran und in der ersten Reihe ausschliesslich good
looking gals. Dieser Anblick ist wirklich zum Verlieben. Danach
ging ordentlich die Post ab und ein lokales Sound System drehte
noch ein paar Runden an den Tellern. Währenddessen fanden
auf, vor und hinter der Bühne Verbrüderungsszenen statt. Wo
das noch hinführen soll!
29.8. MALMÖ (S), KB
Wir sind wohl alle heute zum ersten
Mal in Schweden und Malmö ist nur einen Katzensprung von Kopenhagen
entfernt. Der Laden ist sehr angenehm, mit einem Riesenaquarium
und Fischen, die gern Weintrauben essen. Von der Stadt haben
wir leider nicht viel gesehen ( und so bleibt Malmö FF aus
alten UEFA-Cup Zeiten das einzige, was ich davon kenne), wir
mussten nämlich nachts gleich weiterfahren.
Die Show begann etwas zäh, aber gegen Ende gab´s doch ziemlich
auf die Mütze. Danach packte Rodney ™ noch seine all-time-favorites
aus.
30.8. GÖTEBORG (S), Folkets Hus
Göteborg heisst auf deutsch Gothenburg.
Ist nett angelegt und aus jüngerer Zeit eher von den G7-Krawallen
in Erinnerung.
Wir hatten jedenfalls ein paar Stunden Zeit, schwedisches
Stadtleben kennenzulernen. Und was soll ich sagen, wir waren
alle begeistert. Sehr entspannt, freundlich und stilvoll.
Das Konzert selbst fand in einem Klub statt, der eher an eine
Mensa erinnerte. Die Bühne sehr klein und leicht wacklig.
Als es voll wurde, mussten wir hintenrum auf die Bühne klettern.
Beim Intro gab´s noch einen fetten Stromausfall. Rat
und Buc kamen dann gemeinsam raufgestolpert, und von
da an lief alles nur noch auf Zuruf, Instrumente getauscht
und losgeharzt. Diesmal spielte Rat beim Tempo
auch Schlagzeug und zwar nicht übel. War das beste Konzert
bisher, glaube ich. Und die schwedischen Frauen, die sind
ja richtig heftig...
31.8. OSLO (N), Kosmopolitan
Heute stehen bloss 300 Kilometer
an. Die Fahrt geht an herrlichen Landschaften vorbei. Leicht
felsig mit Wald und ab und zu sind kleine Seen und Flusslandschaften
zu sehen.
Oslo liegt direkt an einem Fjord. Herrlicher Blick! Übrigens
ist das unsere nördlichste Station auf der Tour.
Die Location war ein guter, alter Saal und allein die Backstage
grösser als der gesamte Klub in Göteborg.
Nach dem Soundcheck konnten wir noch kurz in die Innenstadt.
Viel haben wir nicht gesehen, aber um so mehr Geld ausgegeben.
Richtig teuer hier...
23.45 Uhr war Showtime. Rat und Buc waren wieder
von Beginn an zusammen auf der Bühne. Die Crowd war sofort
voll da und all my sexy ladies schrien.
Nach 1.20 Uhr war das Konzert schon vorbei. Im Backstage war
dann gleich Autogrammstunde für die beiden. Eine Jamaikanerin
war mit ihren drei Töchtern da. Die young Ladies (12-15 Jahre)
versammelten sich um Rat und holten sich ihre Autogramme.
Klar, nichts besonderes, aber jetzt kommts: Zu dritt gaben
sie ein kleines Acapella-Ständchen und das im Satz, alter
Schwede!! A big, big tune!
Dann gab´s die erste Aftershow-Party in einem Club gleich
um die Ecke, mit Sekt, Dancehall, R&B und richtig netten Leuten.
Mit einem Schwarztaxi dann zum Hotel...
1.9. STOCKHOLM (S), Södermalm
Nach über sechsstündiger Fahrt sind
wir dann doch in Stockholm angekommen. Tim, unser Promoter
für Skandinavien, hatte eine richtige kleine Crew am Start,
die uns betreut hat. Besonders hat´s uns allen seine Tochter,
Jessica, angetan.
Der Klub war ein zu diesem Zweck umfunktionierter Hörsaal
einer Uni oder Bibliothek direkt im Vergnügungsviertel von
Stockholm.
Heute haben wir mal wieder einzelne Sets gespielt und der
Sound auf der Bühne war scheisse. Aber die Atmo war klasse
und der Abend hielt für uns noch eine schwedische Überraschung
parat.
Erinert Ihr Euch noch an den Joy Ride oder den Stagalag
vor ungefähr fünf Jahren? Wer war da ganz gross? Okay, T
a n y a S t e p h e n s kam auf die Bühne und wir spielten
zwei Stücke mit ihr. Zwar leider nicht die eben besagten,
aber es war trotzdem d a s Ereignis von Skandinavien für uns.
Sie arbeitet zur Zeit in Stockholm für eine Weile und wollte
natürlich dabei sein, wenn ihre Freunde aus Jamaica in der
Stadt sind.
Nach der Show artete es wieder in Verbrüderungsszenen aus,
Telefonnummern tauschen und Bussi hier, Respect da. Schade,
dass wir gleich overnight nach Hamburg fahren mussten.
2.9. HAMBURG (D), Kleine Markthalle
Heute ist "nur" Soundsystem-Show
mit Kingstone angesagt. Wir können uns ein bisschen
ausruhen, obwohl es nachts gleich weitergeht nach Dortmund.
Sind leider nur wenige Leute da, die Crew etwas arrogant und
lustlos. Als wir letztes Jahr mit D-Flame und Tolga
hier waren, sah das ganz anders aus. Tja, so kann das gehen.
In Hamburg scheint dancehallmässig nicht so viel los zu sein,
wie wir dachten...
3.9. DORTMUND (D), FZW
Ab Mittag konnten wir im Hotel abhängen.
Buc konnte auch mit Marcos Hilfe keine grössere
Menge Dollars bei den Banken tauschen, weil die Angst vor
Blüten hatten. Junge, Junge, die sind drauf.
Der Laden war sehr angenehm, das einzig ungewohnte war, dass
wir richtig früh, so gegen 21 Uhr, spielen mussten, wegen
Lärmbelästigung für die Nachbarn.
Red Rat hielt sich bei der Show auffällig zurück, was
die jamaikanische Darstellung von Sexualpraktiken angeht.
Die Leute gingen am meisten bei den Marley Bob-Klassikern
ab, wobei es für uns als Band jetzt an der Zeit ist, sich
damit mal intensiver zu beschäftigen. Ist eine eigene Welt,
das Dortmund. Seen
4.9. BRÜSSEL (B), VK
Heute war definitiv unser letztes
Konzert mit den Jammies. Zumindest für dieses Jahr.
Nachmittags checkten wir ins Hotel ein. Es lag direkt am Stadion
und war voller Schotten. Man konnte fast meinen, dass dort
eine komplette Schottische Mannschaft inklusive Verbandsfunktionäre
untergebracht waren. Ein BBC-Übertragungswagen stand
auch bereit. Und warum? Einen Tag später fand ein hochwichtiges
WM-Qualifikationsspiel zwischen den Belgiern und eben besagten
Schotten statt. ...
Wir waren spät dran und wurden zum Club geshuttlet. Alle Bedingungen
waren ziemlich perfekt für den Abend. Die Leute warteten schon
ungeduldig vor der Tür und gingen nach dem Einlass sofort
(right now!), dank Kingstone, in die Knie und freuten
sich über jeden Tune, der aufgelegt wurde. Als dann die Show
anfing, waren sie völlig aus dem Häuschen. Buccaneer
hatte heute seinen heissesten Tag und alle sind sich einig,
dass es wirklich der niceste Abend der Tour war. Rat
fackelte sein Feuerwerk ab, sprang über die Bühne auf die
Boxen und hatte wieder eine heisse Frisur.
Kurz vorher sprach Scoffrey für uns alle ein Gebet,
wir standen händchenhaltend im Kreis, ungefähr so, wie vor
einem grossen Fussballmatch....
Nach der Show machte Kingstone noch mal ordentlich
Rabatz, Red Rat ging auch an die Plattenteller, und
die Leute waren wirklich der Hammer. Sie kannten die meisten
Texte und brüllten ständig big ups.
Das Ergebnis bei uns war leichte Taubheit und schwere Erschöpfung.
Für uns war es sozusagen die Jungfernfahrt. Far East
Goes Europe. Wie es aussieht, wird das wohl nicht das letzte
Mal gewesen sein. Weitere Touren mit anderen Artists sind
im Gespräch und die Resonanz aus den Ländern lassen uns guter
Dinge sein. Vielleicht mal mit Tanya Stephens, Lexxus
oder nochmal mit Degree und Chico? Wer weiss,
wer weiss...
Danke an Red Rat, Buccaneer,
Sean Paul (für die Musik), Scoffrey and
Scott (für das Vertrauen), Rodney (für
alles, Lazy Youth, Andras (für's fahren),
Marcus (für den Sound), Ralf (unser Management),
allen lokalen Promotern und natürlich Danke an alle fans.
Und nächstes Jahr am Balaton...
Marco / Far East
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