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Germaican Observer: Neulich wurde in Dein Haus eingebrochen, der Computer gestohlen, auf dem sich viele Deiner Aufnahmen befanden. Ist es Dir gelungen, diese Songs zurückzubekommen?
Cobra: Die Festplatte ja, aber die Songs waren gelöscht.
G.O.: Hast Du herausfinden können, wer das getan hat und warum sie in Dein Haus eingebrochen sind, wussten sie wen sie da beraubten?
C.: Gier ist das einzige Wort, dass mir einfällt, Gier...
G.O.: In den letzten Jahren kamen nicht gerade viele Songs von Dir raus, das hat sich im letzten Jahr geändert... Und es scheint, dass Du haupsächlich Badman Tunes machst...
C.: Es ist nicht wirklich nur ein Badman-Ding, das sind nur die Songs die hauptsächlich bekannt werden.
Ich habe nie aufgehört aufzunehmen, aber die Musikszene ist wie ein System, das entscheidet, wer es schafft. Manchmal geben sie Dir nicht die Liebe, die Du verdienst. Aber ich bin kein DeeJay der für den Applaus deejayt, ich mache Songs darüber was ich fühle und was ich liebe... Ich mache universelle Songs, Rudebwoysongs, Songs für die Ladies und für die Leute die an Consciousness glauben. Aber es stimmt in gewisser Weise, es gab eine Zeit in der ich weniger aufgenommen habe, weil sich alles nur noch auf bestimmte Themen beschränkte, und ich denke, dass Artistes andere, neue Themen finden sollten, über die sie schreiben...
G.O.: Du hast einen Tune namens „Gangster Role“ auf dem Messer Banzani Riddim aus Deutschland. Wie ist es für Dich auf Riddims die nicht aus Jamaica sind aufzunehmen?
C.: Der Riddim ist gut und wie erwähnt ist meine Music eine universelle Sache und manchmal musst Du die Musikkultur des anderen Musikers adaptieren. Ich bin dankbar dafür die Kunstform teilen zu dürfen. Manchmal passiert es, dass Du Leute triffst die sagen, das ist meine Sicht auf die Musik, das ist wie ich die Musik spiele. Es ist eine Herausforderung...
G.O.: Hängt es von deiner Stimmung ab, oder wählst Du ein Thema aus, bevor Du einen Song schreibst?
C.: Manchmal ist es einfach nur ein Thema, manchmal die Stimmung, beides ist möglich. Die Stimmung kann Dich definitv dazu bewegen...
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G.O.: Du hast ungewöhnlicherweise noch einmal die Schule besucht. Was hat Dich dazu bewegt und was hast Du studiert?
C.: Zuerst habe ich einen Computerkurs belegt, um mich mit der Materie vertrauter zu machen. Dann bin ich zurück um Mathematik, Englisch und Wirtschaft zu studieren und ich habe die GCE (General Cambridge Exams) in Englisch mit ‚A’ und den anderen beiden Fächern mit ‚C’ abgeschlossen... gerade bereite ich mich darauf vor zurückzugehen um Management zu belegen, denn nachdem ich aufgehört haben werde aktiv live aufzutreten, werde ich mit meiner eigenen Plattenfirma weitermachen, meine eigenen Artistes managen. Wenn ich aber solche Sachen machen möchte, muss ich qualifiziert sein. Streetknowledge habe ich bereits, also ist es lediglich die Theorie die fehlt, oder anders gesagt, das Praktische ist schon vorhanden, es ist nur der Papierkram, den ich auf die Reihe bekommen muss.
G.O.: Wie kam es zu dieser Idee, denn die meisten Artistes denken nicht in diesen Kategorien, sie treten auf und verdienen Geld und denken sie seien Stars?
C.: Die Sache ist einfach so, dass ich versuche voraus zu denken. Ich denke über mein nächstes Vorhaben nach, bevor ich es angehe, es ist auch meist so, dass Du Dich hinsetzen und die Richtung wählen musst in die Du gehen willst und wohin sich Deine Karriere bewegen soll... Zur damaligen Zeit sagte ich, dass ich ein neues Album veröffentlichen werde und in der Freizeit die bleibt, anstatt abzuhängen sagte ich mir: „wenn ich drei Stunden aus einem Tag rausbekommen kann und davon 20 Minuten im Unterricht verbringe, könnte das produktiv sein.“
G.O.: Machst Du eigentlich genug Kohle, um von der Musik leben zu können, oder betreibst Du noch anderes Bizniz?
C.: Ich bin ein Geschäftsmann, besitze Geschäfte, Minibusse, Taxi Service und solche Sachen, ich sitze nicht rum...
G.O.: Dein Album „Mixed Personalities“ sollte bereits veröffentlicht werden, ist es aber bisher noch nicht...
C.: Jeden Tag finden wir neue Songs und neue Ideen, ich möchte mit einem neuen Album einen Eindruck hinterlassen... nicht nur, weil wir 15 Songs drauf tun können. Ich habe 15 starke Songs, aber ich muss sicherstellen, dass ich das richtige Label auswähle, denn es gibt eine Menge Angebote. Ich möchte aber nicht die falsche Entscheidung treffen und der falschen Person mein Album geben, jemandem der es nicht vermarktet, der nicht in diejenigen Märkte lizensiert, in denen Cobra bekannt ist.
G.O.: Gibt es in nächster Zeit Shows oder Tourneen in Europa oder Deutschland?
C.: Nun demnächst wird eine Promotour mit Teddy Bear in Schweden stattfinden, denn ein Teddy Bear Remix von „Press Trigger“ ist dort recht erfolgreich und ist mittlerweile Teil des Soundtracks für den Film „After The Sunset“.
Jedes Jahr mache ich eine Promotion Tour, egal ob ein Album veröffentlicht wird, oder nicht. Ich versuche immer eine solche Tour zu machen.
G.O.: Wie schätzt Du die Dancehall-Szene in Jamaica derzeit ein? Letztes Jahr wurden so viele Dance-Songs gemacht...
C.: Es ist schön zu tanzen, aber Du darfst die Sache nicht monoton werden lassen, das Zeug jeden Tag spielen lassen. Wie schon erwähnt, ist es wieder die Sache, dass Du verschiedene Ideen nutzen musst...
Das selbe mit den DeeJays, sie scheinen nicht deejayen zu können, wenn sie nicht Homosexuelle beschimpfen, sie lassen die Homosexualität ein Problem sein... Wenn ich einen Gay-Song mache, würde ich nicht Gewalt gegenüber einer Gay-Person ausdrücken, sondern würde es in humoresker Form tun. Die Comedians in den U.S.A. erzählen Schwulenwitze, also kann ich das auch tun, denn das ist einfach nur ein Witz. Aber wenn Du sagst: „Geht raus und tötet diesen Mann, weil er sich so entschieden hat“...
Die Artistes machen das, weil sie wissen, dass die Mehrheit der Leute in Jamaica anti-gay sind und weil sie sich davon einen Forward versprechen und Applaus dieses bestimmte Thema betreffend... Das Dancing-Ding war auch solch ein Thema und Elephant Man war damit erfolgreich, also folgten ihm die Leute und machten es ihm nach, was eine gute Wendung war, denn die Dances zu der damaligen Zeit waren einfach zu gewalttätig.
Germaican Observer: Cobra, vielen Dank für Deine Zeit und hoffentlich kommt Dein Album bald raus!
Cobra: Yeah much respect, alright.
Text: Nadine Reid/ G.O. Leipzig/SN.
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