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Germaican Observer: Einer Deiner neuen Songs „It Seems Like“ ist anders als viele Songs die gerade draussen sind, wie enstand er?
Harry Toddler : Wir waren im Studio von Steelie & Cleavie und der Riddim lief. Steelie kam mit der Idee etwas anderes zu probieren. Er wollte dass ich eine Art Sprechgesang mache , also haben wir die Punchline gesungen und danach angefangen den Style zu sprechen... den man sonst deejayt. Es ist eben nicht einer von vielen Songs, sondern ein anderer, ein Sprech-Style-Song.
G.O.: Denkst Du, dass die Songs die Artistes machen, einen Einfluss auf ihre Zuhörerschaft haben?
H.T.: Ja, na klar, denn wenn Du einen Thug-Song machst wirst Du den Hörer dazu bringen, sich wie ein Thug zu fühlen. Nimm z.B. Bounty Killer - allein die Art wie er spricht macht es zu einem Thug-Song – nimm Vybz Kartel, oder ein paar andere Youths...
G.O.: Zu einer bestimmten Zeit hast Du mit Beenie Man rumgehangen, warum bist Du nicht mehr ein Teil seiner Crew?
H.T.: Rumgehangen wäre übertrieben. Es war vielmehr so, dass ich einen Track für seinen Manager aufgenommen habe... Wir sind auf einer Show gewesen, auf der es gute Vibes gab. Sie haben mich gefragt, ob ich ins Shocking Vibes Studio kommen könnte, um einen Song aufzunehmen. Patrick Roberts wollte einen Dancing-Tune, da ich gerade den Style „Na na na, cha cha cha“ am Start hatte. Also haben wir das ganze Ding geändert und einen Dancing-Song gemacht, denn ich hatte eigentlich vor einen Reality-Tune zu machen. Aber sie sagten „nein“, sie wollen etwas um die Leute zum Tanzen zu bringen und dann kam ich mit dem „Angel Dance“...
G.O.: Nach dem Tod des Tänzers Bogle, gab es Gerüchte, dass Beenie Man etwas damit zu tun haben könnte. Denkst Du dass das stimmt?
H.T.: Ich werde Dir sagen, was ich denke... Die Leute sagen einfach nur was sie sagen möchten... aber tief im Inneren fühle ich so: Warum sollte Beenie Man Bogle das Leben nehmen wollen? Die beiden waren wer weiss wie lange Freunde und haben sogar am selben Tag Geburtstag. Das ist einfach nur ein Gerücht, über das die Leute in Jamaican reden möchten, daran kann man nicht glauben.
G.O.: Was haben die Leute denn gegen Beenie Man? Es gab Gerüchte, dass er und sein manager schwul seien, dass er sich bei den Gays entschuldigt hätte. Ich dachte er wäre extrem beliebt in Jamaica?
H.T.: Die Leute lieben ihn, aber die Sachen die sie gegen ihn sagen, haben keinerlei Wirkung, die werden ihn nicht zusammenbrechen lassen, sondern machen ihn nur stärker... manchmal sieht es so aus, als ob Du sogar solche Leute brauchst, die schlechte Dinge über Dich sagen, um stärker zu werden. Manche der Leute sind einfach Haters. Sie wollen Dich am Boden sehen und haben eigentlich gar nichts zu sagen, hören was andere sagen und sind einfach nur voller Missgunst.
G.O.: Stimmt es, dass Elephant Man und Du wieder dicke Freunde seid?
H.T.: Yeah, man fi real.
G.O.: Was ist denn nach dem Ende der Scare Dem Crew passiert? Er war doch eine ganze Zeit mit Kip Rich unterwegs... Was hat Euch wieder zusammen gebracht?
H.T.: Um Dir die Wahrheit zu sagen, ich war für 6-7 Monate in England. Nachdem ich zurück kam, startete ich ein Camp. Elephant hörte, dass ich bei Downsound war und er und seine Massive sind gekommen, um mich zu checken, als ich gerade im Studio war, um aufzunehmen... Weil ich wie gesagt gerade aus England kam und über „raising, raising“ sprach, es gleichzeitig auch in Bujus Studio nur noch um „raising“ ging und irgendwie alle Dudes darüber sprachen, begann es genau dann, dass wir wieder zusammen rumzogen...
Er hatte dann eine Show in Guadeloupe und wollte, dass ich die Show für ihn eröffnen sollte. Also sagte ich: „o.k., kein Ding“. Etwa zur selben Zeit sagte er, dass er zu Stone Love gehen würde, um einige Specials aufzunehmen, als wir dann dorthin gingen, machte er einige Dubs in denen er Harry Toddler grüsste... Wenn Du Dich erinnerst, zu der Zeit als ich nach Jamaica zurück kam, war Ele „Deejay of the Year“ und somit der No.1 Artiste, der die Szenerie beherrschte, also machte mich das sehr stolz, denn ich sage immer: Scare Dem hat das Land immer noch im Griff!
Seidem arbeiteten wir noch enger zusammen, begannen Ideen auszutauschen und obwohl wir bisher noch keinen Song zusammen aufgenommen haben, hängen wir gemeinsam ab und ich eröffne die Shows auf ein paar kleinen Inseln für ihn... Es ist so als ob ich für einen Freund arbeiten würde und ihm behilflich bin, wenn er unterwegs ist.
G.O.: Du hast gerade einen Song für Pionear auf dem "Rodeo"-Riddim aufgenommen, der bald veröffentlicht werden wird, wie war das?
H.T.: Ich sehe es folgendermassen, Pionear macht sein Business seit langem auf die richtige Art und Weise. Ich kenne ihn aus den Zeiten des alten Celestial Studios mit Gentleman und Tolga, und er weiss was er tut. Als wir uns neulich für einen Studiotermin verabredeten sagte ich zu mir: Toddler weißt Du was? Das ist kein Mann, der das Business nicht kennt, dem Du einfach irgend welchen Mist unterjubeln kannst, und er nimmt ihn... Manchmal triffst Du jemanden, der einfach kein Produzent ist, er ist nur ein Möchtegern-Produzent. Pionear hingegen kannst Du nicht einfach eine normale Hook- oder Punchline geben. Also habe ich ihm einen grossen Song gegeben „ A Di Bes’ A Dem“, weil er einfach weiss, was er tut.
Grosser Respekt geht an Pionear, weil er weiss wo es lang geht und kein Möchtegern-Typ ist, „ A Di Bes’ A Dem“!
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G.O.: Vor einiger Zeit hast Du nicht mehr aufgenommen, niemand hörte mehr etwas von Dir. Es gab Gerüchte, dass Du wegen Drogen raus warst. Was hast Du genau gemacht?
H.T.: Denke daran, ich kann nicht in die U.S.A. einreisen und auch andere Möglichkeiten bieten sich mir nicht. Also sagte ich mir, einfach mal eine Pause zu machen... Leute sollen sagen, was sie sagen möchten. Ich parke mein Auto und nehme ein Taxi, wenn jemand meint etwas dazu sagen zu müssen, bedeutet das Krieg. Leute ziehen Schlussfolgerungen und sagen: „der ist verrückt, wie kann er sich so benehmen?“. Sie erzählen Unsinn, ohne zu wissen, wie es in mir drin aussieht, was ich durchstehen muss... Ich hatte einen No.1 Dancehall-Song in den Staaten und konnte nicht repräsentieren, weil mir niemand geholfen hat, weder Sharon Burke, noch Jade Lee, noch der Premierminister... Also habe ich mich einfach zurückgezogen. Deshalb bin ich nach England um dort 7 Monate zu verbringen.
Was sollte ich mit Drogen anfangen? Wenn die Leute denken, dass Du ungewöhnlich drauf bist, schliessen sie einfach auf etwas Negatives... genauso wie neulich, als Elephant Man angeblich HIV haben sollte...
Meine Mutter ist Minister und sie kniet nieder um für mich zu beten, sagt ich solle ihr erzählen, was ich getan habe. Ich habe ihr gesagt, dass ich gerade keine Musik mache, sondern mich um meine Kinder kümmere.
G.O.: Also bist Du nicht mehr bei Sharon Burke und Jade? Bist Du gesignt, und was sind Deine Pläne für die Zukunft?
H.T.: Ich bin bei Downsound gesignt, aber es ist so, dass sie gleichzeitig für mich arbeiten. Es ist mein Camp, dass ich aufgebaut habe... Ich mache das worauf ich Lust habe. Man kann mich über sie, über Q45 oder mich selbst buchen. Ich habe einen offenen Deal mit Q45, wenn etwas möglich ist, kontaktiert er meine Leute.
Ich plane nicht. Solange ich am Leben bin, weiss ich einfach nur, dass ich das beste raustun werde... Ich mache mich locker, mache im Moment einfach nur ein paar Recordings.
Germaican Observer: Vielen Dank, Toddler, und pass’ auf Dich auf!
Harry Toddler : Yeah man, bless.
Text: Nadine Reid/ G.O. Leipzig/SN.
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